DER ENERGIE- SEKTOR IN ASTURIEN

Der stark industriell geprägte Charakter Asturiens ist eng mit dem Abhängigkeitsverhältnis von Energie und Industrie verknüpft. Eine der Voraussetzungen dafür, dass sich eine wettbewerbsfähige Schwerindustrie entwickeln konnte

war das Vorhandensein der nötigen Energieversorgung für die Eisen- und Stahlindustrie und die Verarbeitung von Materialien wie Aluminium, Stahl, Zink oder Glas.

Die Industrie in Asturien

Die Bedeutung der Industrie und insbesondere der Metallbranche (Fertigung von Ausrüstungsgütern, Schiffbau, elektrische Komponenten und Anlagen…) in Asturien steht in einem engen Zusammenhang mit den notwendigen Produktionskapazitäten für den Bau großer Anlagen für den Öl- und Gassektor, Offshore-Windenergie, Heizkraftanlagen etc.

Im Jahr 2015 betrug der Anteil der Energieproduktion 6,75 % der regionalen BWS; damit war der Energiesektor nach der Eisen- und Stahlindustrie der zweitstärkste Industriezweig.

747

Millionen Euro

Heizkraftanlagen

547

Millionen Euro

Infrastrukturen für die Übertragung und Verteilung von Strom

394

Millionen Euro

Infrastrukturen für die Leitung und Erzeugung von Gas

748

Millionen Euro

Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

152

Millionen Euro

Maßnahmen zur Energieeffizienz und Energieeinsparung

Aprovechamiento oportunidades de negocio derivadas del desarrollo e implementación de grandes instalaciones energéticas a nivel mundial.

1

Asturien gilt als Referent auf dem Gebiet der Elektrizität auf der iberischen Halbinsel und besitzt ein klar elektrointensives Profil mit einem Anteil von 4,5 % der installierten Kapazität, 4 % des Energiebedarfs und 6,3 % der Nettoenergieproduktion im Jahr 2015.

2

Landesweit beläuft sich der durchschnittliche Pro‑Kopf‑Verbrauch auf 5,6 MWh/Jahr, während dieser Wert in Asturien ganze 9,9 MWh/Jahr beträgt.

3

Bei der Struktur des Primärenergieverbrauchs hat Kohle mit Abstand das größte Gewicht (über 65 %, was auf den hohen Anteil von Heizkraftanlagen und den Einsatz von Koks in der Eisen- und Stahlindustrie zurückzuführen ist).

4

Ein flexibles, zuverlässiges Übertragungs- und Verteilernetz ist für die Bewältigung des hohen Stromverbrauchs bei der hohen Dichte an Kraftwerken unabdingbar.

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Gesamt-endenergie verbrauch in Asturien 2014 nach sektoren

17,6% Haushalte, Dienstleistungs- und Primärsektor

18,4% Transport

64,0% Industrie

merkmale des sektors

ENERGIEVERBRAUCH

Die Struktur des Primärenergieverbrauchs in Asturien unterscheidet sich stark von der im Rest des Landes. Kohle ist die gefragteste Energiequelle in der Region mit einem Gesamtanteil von 60,7 % im Jahr 2014. Der Wirtschaftszweig zur Förderung, Verarbeitung und Verwendung von Kohle ist in der Region sehr stark vertreten.

PRIMÄRENERGIE- VERBRAUCH IN ASTURIEN 2014

Der Gesamtenergieverbrauch sank in Verlauf des Jahres 2014 um 0,3 %, wobei die Energieträger auf Kohlenstoffbasis und deren Derivate den größten Teil einnahmen.

ENDENERGIE- VERBRAUCHIN ASTURIEN 2014

Wenn man den Gesamtenergieverbrauch von 2014 nach Industriezweigen aufschlüsselt, sank dieser Wert innerhalb des Jahres um 4,5%, wobei der größte Teil in den Sparten mit hohem Energieverbrauch lag.

ENDENERGIE- VERBRAUCH NACH SEKTOREN DER INDUSTRIE IN ASTURIEN 2014

ENERGIEERZEUGUNG

2014 zeichnete sich die Rohstoffproduktion der Region durch eine Erhöhung der Kohleproduktion und einem geringeren Anteil erneuerbarer Energien in der Produktion aus, wodurch der Anteil um 6,2 % im Vergleich zum Vorjahr sank, was hauptsächlich an einer geringeren Energieproduktion aus Wasserkraft lag.

PRIMÄRENERGIE- ERZEUGUNGIN ASTURIEN 2014

Asturias hat bei der Stromerzeugung eine große Produktionskapazität von 1.206 ktep im Jahr 2014, was 14.025 GWh entspricht. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren sank auf einen Anteil von 25,9% der Gesamtstromerzeugung.

STROMERZEUGUNG (GWh) IN ASTURIEN 2014

Quelle: Energía en Asturias 2014, FAEN

bildung

Die Universität Oviedo bietet neue, dem europäischen Hochschulraum angepasste Studiengänge mit Abschlüssen, die einen Großteil der Wissensgebiete abdecken. 30 % der über 22.000 immatrikulierten Studenten absolvieren technische Studiengänge.

Das Cluster für Energie, Umwelt und Klimawandel der Universität Oviedo fördert die F&E&I-Tätigkeit in Bereichen wie saubere Energie (Stromerzeugung, Übertragung und Speicherung) und Energieeffizienz.
Folgende Abschlüsse der Universität Oviedo sind im Zusammenhang mit dem Energiesektor besonders hervorzuheben:

Erasmus Mundus Master in Nachhaltigem Transport und Elektrischem Anlagen

Master in Energieumwandlung und Elektrischen Anlagen

Master in Elektrotechnik

Die formale Berufsausbildung, bei der die theoretische Ausbildung mit Unternehmenspraktika kombiniert wird, ist ein weiterer Weg zur technischen Qualifikation der asturischen Arbeitskräfte. Gegenwärtig absolvieren über 17.000 Auszubildende eine solche Ausbildung, davon mehr als 35 % im technischen Bereich.

forschung & entwicklung

Wussten Sie, dass Asturien einen Energieüberschuss produziert? Asturien ist Netto-Exporteur von elektrischer Energie; im Jahr 2015 wurden 37 % des erzeugten Nettostroms exportiert.

Wussten Sie, dass das IDEPA auf regionaler Ebene Beihilfen für grenzüberschreitende F&E-Projekte auf dem Gebiet der Meeresenergie ausgeschrieben hat? Dabei handelt es sich eine Initiative im Rahmen des Netzwerks Oceanera-Net.

erneuerbare energien in Asturien

Im Einklang mit der Haltung Europas arbeitet Asturien daran, die gesetzten Ziele zur Energieeinsparung und Energieeffizienz zu erreichen.

Die regionale Energiestrategie umfasst die Förderung erneuerbarer Energien und die Entwicklung von Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz.

Der Anteil der erneuerbaren Energien beim Gesamtverbrauch der Primärenergie im Jahr 2014 betrug 569,92 ktep, die 9,5 % des regionalen Primärverbrauchs betrug und sich um 5,7 % verringerte.

WASSERKRAFT

Das Fürstentum Asturien hat 40 Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von 777,9 MW. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft war 2014 wegen ungünstiger klimatischer Bedingungen um 13 % geringer als die in 2013.

WINDKRAFT

Die Region hat 19 Windkraftparks mit einer Kapazität von 518,5 MW. Die Stromerzeugung aus Windkraft lag 2014 um 0,1% niedriger als die von 2013. In Asturien bestehen große Kapazitäten für Schlüsselkomponenten für die Windanlagenindustrie.

OFFSHORE-WINDENERGIE UND MEERESENERGIE

Die Regionalregierung hat die erneuerbaren Energien des Meeres in seine regionale Strategie zur intelligenten Spezialisierung (RIS3) aufgenommen und setzt angesichts der günstigen Voraussetzungen in der Region für die Durchführung von Aktivitäten dieses Typs stark auf die Nutzung von Wellen als Energiequelle.

Zahlreiche asturische Unternehmen steuern bereits Dienstleistungen und Produkte zur Lieferkette der erneuerbaren Energien vor den Küsten bei; sie leisten Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsarbeit und fertigen Komponenten, vor allem für den Einsatz im Bereich Offshore-Energie.

BIOMASA

Das Gebiet der forstlichen Biomasse birgt ein großes Potential, das in Asturien noch nicht voll ausgeschöpft wird.

Die Kapazität der Kraftwerke in der Region, die Strom aus Biomasse, erzeugen, ist durch die Inbetriebnahme einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit Organic Rankine Cycle (ORC)-Verfahren für Biomasse angestiegen. Die installierte Gesamtkapazität aus Biomasse in Asturien betrug im Jahr 2014 78,0 MW.

Das Unternehmen ENCE betreibt in Asturien das größte Biomassekraftwerk Spaniens mit einer installierten Kapazität von 77 MW. Im Wesentlichen verwertet das Werk zur Energieerzeugung Abfälle in Form von forstlicher Biomasse und Abfallprodukte aus der Herstellung von Zellstoff.

Zur thermischen Stromerzeugung aus Biomasse ist anzumerken, dass im Jahr 2014 in privaten Haushalten 28 Biomassekessel in Betrieb genommen wurden; dadurch stieg die installierte Gesamtkapazität auf 46,3 MW an.

Zudem gibt es in Asturien ein Kraftwerk mit einer Kapazität von 9,0 MW für die energetische Speicherung und Verwertung von Biogas, das aus einer Deponie für nicht gefährliche Abfälle stammt.

SOLARENERGIE

2014 wurden neue Photovoltaikanlagen errichtet, sodass zum Jahresende unter Berücksichtigung von angeschlossenen und isolierten Anlagen eine installierte Gesamtkapazität von 1.020,2 kWp. vorhanden war. Außerdem wurden 37 solarthermische Anlagen gebaut, wodurch eine Gesamtfläche von 36.500 m2 mit solarthermischen Kollektoren bedeckt ist.

einzigartige infrastrukturen

UNIVERSITÄT OVIEDO

Die Universität Oviedo ist offen für Partnerschaften mit Unternehmen die Durchführung von F&E&I-Projekten. Auf dem Gebiet der Energie arbeiten verschiedene Fachbereiche mit Technologiezentren und Unternehmen zusammen und beteiligen sich an europäischen Projekten und internationalen Netzwerken.

INCAR. NATIONALES KOHLEINSTITUT OVIEDO, ZENTRUM DES OBERSTEN RATS FÜR WISSENSCHAFTLICHE FORSCHUNG  

Das Institut verfügt über die notwendige Infrastruktur für die chemische Synthese von Graphen aus Graphit mit Top-Down-Technologien ; es kann zu verschiedenen Zwecken, beispielsweise zur Energiespeicherung, eingesetzt werden.

INCAR hat eine Technologie zur Speicherung von CO2 basierend auf einem Kalkkreislauf entwickelt, die im Rahmen eines Pilotprojekts im Wirbelschichtkraftwerk in Pereda für eine Kapazität von 1,7 MW getestet wird.

INFRASTRUKTUR ZUR UNTERSTÜTZUNG
DER OFFSHORE-INDUSTRIE

Die Asturische Stiftung für Energie FAEN hat eine Studie über die aktuellen und potentiellen Kapazitäten der Offshore-Industrie durchgeführt und dabei die Verfügbarkeit folgender Infrastrukturen hervorgehoben:

  • In der Region gibt es 18 Seehäfen, die als Basis für die Betriebs- und Wartungsarbeiten von Offshore-Anlagen genutzt werden können.
  • Der Hafen von Gijón, der landesweit bedeutendste Hafen für die Beförderung von Trockenschüttgut, und der Hafen von Avilés sind strategisch günstig gelegen (nur etwa 40 Stunden von der Nordsee entfernt) und verfügen über Kapazitäten für Produktions- und Montagearbeiten und die Versorgung mit Bauteilen und Geräten. Zudem sind dort Infrastrukturen vorhanden, in denen Operationen wie der Transport von Windkrafttürmen oder die Entladung von Plattformen für Offshore-Windparks möglich sind.
  • Gelände für logistische und industrielle Aktivitäten Asturien (ZALIA). Industriegelände im öffentlichen Besitz in der Nähe der Häfen von Gijón und Avilés.
  • Zentrum zur Sicherheit des Seeverkehrs Jovellanos. Das Zentrum verfügt über Anlagen zur Durchführung von Simulationen in den Bereichen Sicherheit im Seeverkehr, Überleben, Kampf gegen Umweltverschmutzung, Rettung in verschiedenen Szenarien wie hochgelegenen Arbeitsplätzen oder geschlossenen Räumen, sowie für die Schulung in Feuerbekämpfung bei Strukturen und in petrochemischen Anlagen.
  • Unterstützung für Unternehmen. Durch die bedeutende Präsenz von Unternehmen des Metall-, Energie- und Schiffbausektors in Asturien verfügt die Region über eine industrielle Struktur mit großer Erfahrung sowie personellen und materiellen Kapazitäten, die in der Lage ist, Lösungen für die Lieferkette der maritimen Energien weltweit zu entwickeln.

erfolgsgeschichten

Die Zellstofffabrik von Navia in Asturien ist das Werk mit der größten Produktionskapazität der ENCE-Gruppe und die effizienteste Fabrik für Eukalyptus-Zellstoff des europäischen Markts. Das Werk hat eine Produktionskapazität von 500.000 t qualitativ hochwertigem chlorfrei gebleichtem Zellstoff aus Eukalyptusholz pro Jahr.

ENCE Navia besitzt das größte Biomassekraftwerk Spaniens.

ENCE

Ein führendes Unternehmen in den Sektoren erneuerbare Energien und Schwerkesselbau, das den Zuschlag für wichtige internationale Offshore-Windparks erhalten hat. Windar Renovables, ein Unternehmen des Konzerns, stellt Türme für Windkraftanlagen und Offshore-Projekte her und ist am größten Offshore-Energieprojekt beteiligt, das bisher in Spanien vergeben wurde: ein Offshore-Windpark in der Ostsee.

TSK

Führende Unternehmensgruppe, die im Bereich technische Planung, Bau, Montage und Inbetriebnahme von Kraftwerken mit offenem Zyklus, Kombikraftwerken, Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, Windparks, Solarthermie- und Photovoltaikanlagen, Wasser- und Biomassekraftwerken tätig ist.

Das Unternehmen hat einige der weltweit größten Photovoltaik- und Solarthermieanlagen in Spanien, den USA, Frankreich, Mexiko, Puerto Rico, Marokko, Ägypten und Südafrika gebaut.

Saint-Gobain besitzt einen Produktionsstandort in Asturien, an dem Glas für den Bausektor (Saint-Gobain Glass) und Glas für den Automobilsektor (Saint-Gobain Sekurit) hergestellt wird.

Das Unternehmen betreibt außerdem ein Forschungszentrum in Asturien (Avilés R&D Centre), das höchst innovative Projekte zur Entwicklung von Glas für die Solarenergie oder Verfahren zur Glasschmelze durchgeführt hat.